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VON PARIS BIS BUENOS AIRES: FESTIVALS DES DEUTSCHEN FILMS
Cinéma L'Arléquin in Paris
Pia Marais mit Hauptdarstellerin Jeanne Balibar
Feo Aladag bei der Eröffnung in Buenos Aires

Basisarbeit beim Publikum und Networking mit den Verleihern – die „Festivals des deutschen Films“ sind Gradmesser für den Erfolg deutscher Filme im Ausland. Zwei traditionsreiche Festivals fanden gerade statt: In Paris jährte sich die von German Films organisierte Veranstaltung zum 15. Mal, in Buenos Aires zum 10. Mal. Bilanz: 25 Filme und insgesamt über 9.000 Besucher in beiden Metropolen sowie großes Interesse der Verleiher an einzelnen Titeln.

Für die Festivals des deutschen Films qualifizieren sich Produktionen, die bereits ihre Premiere auf einem internationalen Festival oder großen Erfolg beim deutschen Kinopublikum hatten. Ziel ist es, die Filme bei den örtlichen Verleihern zu bewerben – vor allem aber auch beim Publikum, das letztlich entscheidet, ob ein verkaufter Film einschlägt oder floppt. Da die Zuschauer in Buenos Aires nicht wie in Paris ticken, wählt eine lokale Jury die Filme aus. Das Pariser Programm, das vom 29. September bis zum 5. Oktober im Cinéma L’Arlequin in Saint Germain zu sehen war, stellten der Verleiher Antoine Denis (Rezofilm), die Festivaldelegierte Martine Scoupe-Fournier und Gisela Rueb vom Goethe-Institut zusammen.

Nouvelle Vague trifft Vincent

Das cinéphile Pariser Publikum ist eine Besonderheit auf dem internationalen Markt. Nach 15 Jahren Festivalarbeit hat sich gezeigt, dass hier vor allem Autorenfilme gut ankommen. Ein neuer Trend ist, dass sich die Zuschauer auch auf Genres wie Komödien einlassen. Kim Liebeck, Festival-Koordinatorin bei German Films führt dies u.a. auf das gezielte Marketing zurück – z.B. die Medienpartnerschaft mit dem Magazin Les Inrockuptibles – durch das verstärkt ein jüngeres Publikum erreicht werde. Das spiegelt sich auch im Publikumspreis wider, über den sich Regisseur Ralf Huettner für VINCENT WILL MEER (Olga Film) freute. Die Verleiher, die zum Netwoking-Lunch mit den deutschen Regisseuren geladen waren, zeigten konkretes Interesse an LILA LILA ) von Alain Gsponer (DE/CH (Film 1/Falcom Media Group), BERLIN `36 von Kaspar Heidelbach (Eyeworks Film Gemini) und DER ALBANER von Johannes Naber (Neue Schönhauser Filmproduktion).

Feuerprobe für den Kinostart

Zu Gast in Paris waren Pia Marais, deren Film IM ALTER VON ELLEN (Pandora Film Produktion) das Festival eröffnete, Johannes Naber, Alexander Adolph mit DER LETZTE ANGESTELLTE (Hofmann & Voges Entertainment) und Anne Linsel mit dem Dokumentarfilm TANZTRÄUME (TAG/TRAUM Filmproduktion). Weitere Filme im Programm waren ALLE MEINE VÄTER von Jan Raiber (Filmakademie Baden-Württemberg), IM SCHATTEN von Thomas Arslan (Schramm Film Koerner & Weber), RENN, WENN DU KANNST von Dietrich Brüggemann (Wüste Film Ost), SCHWERKRAFT von Maximilian Erlenwein (Frisbeefilms) sowie German Films eigenes Kurzfilmprogramm NEXT GENERATION 2010 und weitere Kurzfilme. Die Reihe „Nouvelle Vague allemande“ präsentierte ALLE ANDEREN von Maren Ade (Komplizen Film), DER RÄUBER (AT/DE) von Benjamin Heisenberg (Peter Heilrath Filmproduktion) und UNTER DIR DIE STADT von Christoph Hochhäusler (Heimatfilm). Die beiden Herausgeber des Filmmagazins „Revolver“ waren ebenfalls zu Gast und diskutierten mit der französischen Regisseurin Mia Hansen-Løve und dem Filmkritiker Antoine Guillot (France Culture) über die Wahrnehmung der „Nouvelle Vague allemande“ in Frankreich. Eine spannende Feuerprobe – alle drei Filme starten demnächst in Frankreich im Kino: ALLE ANDEREN (8. Dezember: Verleih: Why Not Productions), UNTER DIR DIE STADT (8. Dezember: Bodega Films), DER RÄUBER (10. November: asc distribution) – außerdem auch TANZTRÄUME (13. Oktober: Jour2Fête).

Politische Filme punkten in Buenos Aires

Auch das argentinische Publikum schätzt die Debatte. Beim Festival de Cine Alemán, das vom 23. bis 29. September im Multiplex-Kino Hoyts Abasto stattfand, waren es vor allem politische Filme über Gewalt und Unterdrückung, die den Nerv der Zuschauer trafen. Besonders intensive Publikumsgespräche gab es nach der Premiere des Eröffnungsfilms DIE FREMDE (Independent Artists Filmproduktion) mit Regisseurin Feo Aladag und nach PICCO: Der Film von Philip Koch (Walker+Worm Film/Philip Koch/HFF/M) löste eine Diskussion über die Darstellung von Gewalt aus, in der sich auch die Aufarbeitung der jüngeren Geschichte in Argentinien spiegelte. Argentinische Verleiher haben bereits Interesse an beiden Filmen bekundet.

Genre-Mix im Multiplex

Gustav Wilhelmi, Auslandsbeauftragter von German Films, betreut das Festival seit zehn Jahren: "In Buenos Aires gibt es keine mit Europa vergleichbare Arthouse-Szene. Das Publikum ist deshalb sehr neugierig auf Filme aus Deutschland - und offen für alle Genres." Das Programm wurde diesem Anspruch mit einem breiten Spektrum gerecht: Neben den bereits genannten Titeln liefen BERLIN `36 von Kaspar Heidelbach, ES KOMMT DER TAG von Susanne Schneider (Wüste Film Ost/West/Filmtank), FRIENDSHIP! von Markus Goller (Wiedemann & Berg/Mr. Brown Entertainment), LILA, LILA  von Alain Gsponer (DE/CH), NANGA PARBAT von Joseph Vilsmaier (Nanga Parbat Filmproduktion/Perathon Film), RENN, WENN DU KANNST von Dietrich Brüggemann, SO GLÜCKLICH WAR ICH NOCH NIE von Alexander Adolph (Eikon Media), VINCENT WILL MEER  - in Anwesenheit von Regisseur Ralf Huettner - und WAFFENSTILLSTAND von Lancelot von Naso (DRIFE Productions/DCM Mitte Productions/Erfttal Film/Creado Film). In einer Familienvorstellung war außerdem Christine Hartmanns HANNI & NANNI (UFA Cinema/Gesellschaft für Feine Filme) zu sehen sowie NEXT GENERATION 2010. In der Hauptstadt des Tango ging der Publikumspreis an einen Musikdokumentarfilm: KINSHASA SYMPHONY von Claus Wischmann(sounding images). Auch die musikalisch begleitete Stummfilm-Vorführung von Murnaus DER LETZTE MANN begeisterte das Publikum.

Auf Tuchfühlung mit Publikum, Presse und Verleihern

Ein ganz anderer Musikfilm, der 2008 auf diesem Festival lief, kommt demnächst in südamerikanische Kinos: BERLIN CALLING von Hannes Stöhr (Sabotage Films/Stöhrfilm) startet im Herbst in Argentinien, Chile, Peru und im Dezember in Uruguay (Verleih: Compañia Cinematográfica de Chile). Die Kampagne dafür wurde durch den Distribution Support von German Films gefördert. Barbie Heusinger, Koordinatorin Distribution Support, informierte die argentinischen Verleiher über diese Förderung bei einem Lunch, der auch den deutschen Regisseuren Gelegenheit zum Networking bot. Die Verleiher schätzen den persönlichen Austausch mit den Filmemachern und die Möglichkeit, deren Filme in ausverkauften Vorstellungen zu sehen, in denen sie die Reaktionen gleich miterleben. Regisseurin Feo Aladag: "Es war eine wundervolle Erfahrung für mich in Buenos Aires eine Stadt von Cineasten kennen lernen zu dürfen, die ein so großes Interesse an deutschen Filmen haben. Die Vorstellungen von DIE FREMDE in Buenos Aires  waren sowohl seitens des argentinischen Publikums als auch des Festivalsteams begleitet von einer ausnehmenden Herzlichkeit und wunderbaren Begegnungen, wie ich sie selten so auf einem Festival erlebe!"

Partner und Sponsoren Paris: airberlin, ARTE, Goethe-Institut Paris, Kodak, AG Kurzfilm, Paris-Berlin, Le Monde, Objectif Cinéma, Positif, Courrier international, Les Inrockuptibles, Vocable, TSF Jazz, und fluctuat.net.

Buenos Aires: Deutsche Botschaft Buenos Aires, Goethe-Institut Buenos Aires, Kodak, Murnau Stiftung, Transit Film, Multi Logistics, Deutsche Welle-TV, Volkswagen, Revista Llegás, Eurochannel und Cátulo Tango.

Das nächste Festival des deutschen Films in 2010:

Moskau: 2. – 5. Dezember, St. Petersburg: 3. – 6. Dezember, Novosibirsk: 8. – 12. Dezember 2010, Festival-Koordinatorin: Stephanie Wimmer

 
 
SCREENINGS IN TOKIO

Am 14. und 15. Oktober veranstaltete German Films Screenings für japanische Verleiher in der Film School of Tokyo. 30 Einkäufer aus den Bereichen Kino, TV und Video nahmen daran Teil und einige deutsche Weltvertriebe nutzten die Gelegenheit zum Networking. Präsentiert wurden WOMB (DE/FR/HU) von Benedek Fliegauf (Razor Filmproduktion) und Tom Tykwers DREI (X Filme Creative Pool), Ralf Huettners VINCENT WILL MEER (Olga Film) und Philipp Stölzls GOETHE! (Deutschfilm) sowie Baran bo Odars DAS LETZTE SCHWEIGEN (Cine Plus Filmproduktion/ Lüthje Schneider Hörl Film) und POLL von Chris Kraus (Kordes & Kordes Film).

 

 
 
DEUTSCHE FILME IN ROM

Zwei deutsche Produktionen werden im Wettbewerb des Internationalen Filmfestivals in Rom (29.10-6.11.) zu sehen sein: POLL von Chris Kraus (Kordes & Kordes Film) und A QUIET LIFE (IT/DE/FR) von Claudio Cupellini (EOS Entertainment). Edgar Reitz ist Mitglied der Internationalen Jury.

Außerdem hat German Films in der Business Street 10 Marktvorführungen gebucht und diese deutschen Weltvertrieben zur Verfügung gestellt. Vom 28.-31.10. werden folgende Filme gezeigt: DAS LEBEN IST ZU LANG von Dani Levy (X Filme Creative Pool), IM ALTER VON ELLEN von Pia Marais (Pandora Film Produktion), DREI von Tom Tykwer (X Filme Creative Pool), DER ALBANER von Johannes Naber (Neue Schönhauser Filmproduktion), DER GROSSE KATER von Wolfgang Panzer (Neue Bioskop Film), DAS LETZTE SCHWEIGEN von Baran bo Odar (Cine Plus Filmproduktion/Lüthje Schneider Hörl Film), DAS LIED IN MIR von Florian Cossen (Filmakademie Baden-Württemberg/TeamWorx Filmproduktion), GOETHE! von Philipp Stölzl (Deutschfilm), SATTE FARBEN VOR SCHWARZ von Sophie Heldman (Unafilm) und GLÜCKLICHE FÜGUNG von Isabelle Stever (Moneypenny Filmproduktion).

 
 
SPOTLIGHT USA
Auslandsbeauftragter USA, Oliver Mahrdt

Hamptons International Film Festival (7.-11. Oktober)

In der Sektion World Cinema Narrative lief der deutsche OSCAR-Anwärter DIE FREMDE von Feo Aladag (Independent Artists Filmproduktion). Das Festival zieht viele Academy-Mitglieder an und war die ideale Plattform für die US-Premiere. German Films beteiligte sich am Indiewire-Industry Toast. Weitere deutsche Filme im Programm: 12 METER OHNE KOPF von Sven Taddicken (Wüste Film/Warner Bros. Pictures Germany), die Dokumentarfilme SOUL BOY von Hawa Essuman (One Fine Day Films) und JANE’S JOURNEY von Lorenz Knauer (NEOS FILM/CC Medien), die Koproduktionen THE FOUR TIMES (IT/DE/CH) von Michelangelo Frammartino (Essential Filmproduktion) und ON THE PATH (BA/AT/DE/HR) von Jasmila Zbanic (Pandora Filmproduktion) sowie die Kurzfilme ICH BIN’S. HELMUT von Nicolas Steiner (Filmakademie Baden-Württemberg) und OHNE ATEM von Fabio Stoll (Hochschule für Fernsehen und Film/München).

German Currents in Los Angeles (20.-24. Oktober)

Pünktlich für die Golden-Globe-Kampagne eröffnet Feo Aladags DIE FREMDE das Festival, das vom Goethe-Institut und German Films veranstaltet wird (alle Filme: German Currents). German Films lädt Verleiher und Einkäufer zu einem Brunch und bewirbt mit einer Trailershow deutsche Filme sowie den Gemeinschaftsstand deutscher Weltvertriebe auf dem American Film Market (3.-10. November). Mit dabei: ARRI Media World Sales, Bavaria Film International, Media Luna New Films, Sola Media und The Match Factory.

Berlin & Beyond in San Francisco (22.-30. Oktober)

Das größte deutschsprachige Festival in den USA findet zum 15. Mal unter der neuen Leitung von Sophoan Sorn statt und präsentiert 30 deutsche Produktionen. Eröffnungsfilm des Festivals ist Ralf Huettners VINCENT WILL MEER (Olga Film), Veranstalter sind das Goethe Institut und German Films (zum Programm).

Auf US-Tour: Byambasuren Davaa

Die Regisseurin präsentiert ihren neuen Film DAS LIED VON DEN ZWEI PFERDEN (Grasland Film/Atrix Films) auf Festivals in Mill Valley und Anaheim/Los Angeles.

Deutsche Filme am US-Box-Office

DAS WEISSE BAND (DE/AT/FR/IT) von Michael Haneke (X Filme Creative Pool): $2.222,862 (Start: 30.12.09),  METROPOLIS von Fritz Lang (Transit Film): $439.908 (Start: 7.5.10), NORDWAND von Philipp Stölzl (Dor Film-West/Medienkontor Movie/Majestic Filmproduktion, Lunaris Film- & Fernsehproduktion): $711.421 (Start: 29.1.10), SOUL KITCHEN von Fatih Akin (corazón international) $250.059 (Start: 20.8.10), ALLE ANDEREN von Maren Ade (Komplizen Film): $99.407 (Start: 9.4.10), JOHN RABE von Florian Gallenberger (Hofmann & Voges Entertainment/Majestic Filmproduktion/EOS Entertainment): $67.255 (21.5.10). (Quelle: Mojo Box Office)