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INTERNATIONALE VERLEIHER SCOUTEN IN HAMBURG: GERMAN FILMS PREVIEWS

Vom 10. bis 13. Juli finden in Hamburg wieder die German Films Previews statt. Rund 70 Verleiher aus 28 Ländern haben sich bereits für die Screenings angemeldet, die im Cinemaxx am Dammtor stattfinden. Partner der Veranstaltung, die German Films seit elf Jahren in wechselnden deutschen Städten organisiert, sind diesmal die Filmförderung Hamburg Schleswig-Holstein und die Hamburg Marketing GmbH. Gezeigt werden deutsche Produktionen, die nicht älter als sechs Monate sind und noch keine Premiere auf internationalen Festivals oder Märkten hatten. Das Hauptaugenmerk liegt auf Filmen, die im Gespräch für eine Einladung zu einem der großen Sommerfestivals wie Locarno, Venedig, Montreal, Toronto oder San Sebastian sind. Auch eine aktuelle erfolgreiche Kinoauswertung oder ein bevorstehender, groß angelegter Kinostart in Deutschland qualifizieren einen Film für die Teilnahme. Anmelden können ihre Filme gegen Gebühr alle im VDFE vertretenen Weltvertriebe – und zwar noch bis heute (17. Juni)

Ein Wochenende deutsche Filme mit frischer Brise

Neben dem Verkauf von Filmrechten zielt die Veranstaltung auch darauf, die Kontakte zwischen internationalen Einkäufern, deutschen Weltvertrieben und den lokalen Branchenvertretern herzustellen und auszubauen. Deshalb auch das Rotationsprinzip: Nach Stationen in München und Köln finden die German Films Previews nun zum zweiten Mal in Hamburg statt. Mariette Rissenbeek, Geschäftsführerin German Films:„Langfristig geht es uns darum, deutsche Filme bei den internationalen Verleihern als attraktive Marke zu etablieren. Die Previews sind ein wichtiger Bestandteil dieser Strategie – ein weiterer Baustein ist unser Förderprogramm Distribution Support, über das wir die Teilnehmer auf dieser Veranstaltung informieren.“ Dass dieses Konzept aufgeht und das Interesse internationaler Einkäufer an deutschen Filmen in den letzten Jahren deutlich gestiegen ist, zeigt die Gästeliste: Während bei der ersten Veranstaltung 2001 noch 16 Verleiher akkreditiert waren, meldeten sich im Vorjahr rund 90 an. Martin Scheuring, Projekt-Koordinator/German Films Previews: „Das Feedback in den vergangenen Jahren war immer sehr positiv. Die Verleiher können sich einmal im Jahr ganz auf deutsche Produktionen konzentrieren, die zum größten Teil noch nicht auf Märkten und Festivals zu sehen waren. Und die Weltvertriebe schätzen es sehr, ihre ausländischen Partner mehrere Tage ohne Termindruck treffen zu können.“

Vom Roten Platz zum Jungfernstieg

Eingeladen werden bevorzugt Verleiher, die bereits deutsche Filme gekauft und ins Kino gebracht haben. Außerdem wird die Liste jährlich durch Umfragen bei den VDFE-Mitgliedern und den Auslandsbeauftragten von German Films aktualisiert. So hat sich der Radius stetig erweitert und reicht längst über Europa hinaus bis in die neuen Märkte Asiens und Südamerikas: Aus Hong Kong ist u.a. First Distributors vertreten, aus Singapur Lighthouse Pictures, aus Taiwan Swallow Wings Film, aus Brasilien Art Films und aus Kolumbien Cineplex. Auch die Vertreter wichtiger europäischer und nordamerikanischer Verleiher kehren gerne wieder: so sind auch diesmal Optimum Relasing (GB) und Bolero Film (IT), Russian Report (RU) oder Mongrel Media (CA), The Weinstein Company und First Run Features (US) dabei – um nur einige zu nennen. In drei Tagen haben sie die Möglichkeit ca. 20 Spiel- und Dokumentarfilme auf der großen Leinwand zu sichten. Drei Säle im Cinemaxx am Dammtor werden dafür von früh bis spät bespielt, zwischen den Screenings werden auch Trailer gezeigt. Darüber hinaus stehen Sichtungsterminals zur Verfügung: die DVD-Library präsentiert eine zusätzliche Auswahl von ca. 60 aktuellen deutschen Filmen und Koproduktionen. Die Kinobesucher werden per Scanner erfasst, jeder Weltvertrieb erhält nach der Veranstaltung eine Auswertung zur Besucherzahl seiner Filme.

Netzwerken an Hamburgs Sonnenseiten

Auch in diesem Jahr erwarten die Teilnehmer neben den cineastischen Highlights auch genug „slots“ zum Netzwerken mit deutschen Branchenvertretern an besonderen Locations. Zum Eröffnungsempfang geht es mit dem Boot vom Jungfernstieg zur Alsterlounge. Am nächsten Tag lädt die Filmförderung Hamburg Schleswig-Holstein zum Dinner in die Hafencity nahe der Elbphilharmonie und bei der Abschlussparty trifft die internationale auf die lokale Branche im Café Schöne Aussichten. Nach elf Jahren German Films Previews in drei Städten hat sich gezeigt: internationale Verleiher sichten deutsche Filme gerne da, wo sie entstehen, und schätzen eine Portion Lokalkolorit jenseits der üblichen Festival-Route. Am Rotations-Prinzip der German Films Previews wird deshalb festgehalten.

Weitere Informationen zu den German Films Previews erhalten Sie direkt bei Martin Scheuring.

 
 
SHANGHAI: GROSSER ANDRANG BEI FOCUS GERMANY

Beim Shanghai International Film Festival, das noch bis zum 19. Juni stattfindet, sind deutsche Filme besonders präsent. Zwei Produktionen laufen im Wettbewerb: EIN TICK ANDERS von Andi Rogenhagen (Wüste Film) und UNTER NACHBARN von Stephan Rick (kurhaus production) - beide hatten ausverkaufte Vorstellungen. Ebenso gut besucht waren Wim Wenders’ PINA (Neue Road Movies) und METROPOLIS von Fritz Lang, die außer Konkurrenz im Offiziellen Programm zu sehen waren.

Neun Produktionen werden in der Reihe Focus Germany präsentiert, die das Festival bereits zum 8. Mal veranstaltet. Großen Andrang gab es bei der Pressekonferenz und beim Eröffnungsempfang, zu dem der Generalkonsul der Bundesrepublik Deutschland, Dr. Wolfgang Röhr, und German Films luden. Für den Eröffnungsfilm der Sektion, Ralf Huettners VINCENT WILL MEER (Olga Film), war Hauptdarsteller Johannes Allmayer angereist. Weitere Gäste waren Jo Baier, der im ausverkauften Saal HENRI 4 (Ziegler Film) vorstellte, Yasemin und Nesrin Samderelli mit ALMANYA – WILLKOMMEN IN DEUTSCHLAND (Roxy Film), Isabelle Stever mit GLÜCKLICHE FÜGUNG (Moneypenny Filmproduktion), Olaf Saumer mit SUICIDE CLUB (Tagträumerfilm) und Philipp Leinemann mit TRANSIT (via film). Außerdem Alexander Fehling, der als Shooting Star mit Unterstützung der European Film Promotion GOETHE! von Philipp Stölzl (deutschfilm) präsentierte.

Auf reges Interesse stieß auch eine vom Goethe-Institut organisierte Diskussionsrunde zwischen den Regisseuren aus der Sektion Focus Germany und Filmstudenten der Shanghai University.

Alle Filme im Programm...

 
 
SPOTLIGHT SPANIEN

13. Festival des deutschen Films in Madrid

Über 4.500 Kinozuschauer besuchten vom 31. Mai bis 4. Juni das Festival del Cine Alemán im Madrider Cine Palafox. Die Schauspieler Alexander Fehling (GOETHE!) und Florian Lukas (WEISSENSEE), die Produzenten Christoph Müller (GOETHE!), Philipp Budweg (WINTERTOCHTER), Janine Jackowski (SCHLAFKRANKHEIT) und Tobias Walker (PICCO) sowie die Regisseure Ralf Huettner (VINCENT WILL MEER), Sabine Bernardi (ROMEOS), Angela Zumpe (TRANSIT), Jan Erik Schmitt und Stephan Müller (NUN SEHEN SIE FOLGENDES) stellten ihre Filme persönlich vor. Den Publikumspreis gewann der Eröffnungsfilm GOETHE!. Zahlreiche Verleiher folgten der Einladung zum traditionellen Networking-Event im Rahmen des Festivals. Alle Filme im Programm...

Nachspiel in Barcelona

In Zusammenarbeit mit dem Goethe-Institut fand zum zweiten Mal die Anschlussveranstaltung Segundo Encuentro con el Cine Alemán in Barcelona statt. POLL von Chris Kraus eröffnete die Reihe. Außerdem wurden GOETHE! von Philipp Stölzl, DER MANN, DER ÜBER AUTOS SPRANG von Nick Baker-Monteys, SASCHA von Dennis Todorovic und SCHLAFKRANKHEIT von Ulrich Köhler präsentiert. Chris Kraus und Ulrich Köhler waren zu Gast.

Jugendproteste – missmutige Branche

Die Folgen von über 40 Prozent Jugendarbeitslosigkeit in Spanien gehen auch an der Filmbranche nicht spurlos vorüber – deren wichtigste Zielgruppe zieht es aktuell auf die Straße statt ins Kino. Insgesamt geht in Spanien die Zahl der Kinobesucher weiter zurück. Auch der DVD-Markt schrumpft um rund 20 Prozent pro Jahr, während sich die VOD-Piraterie flächendeckend ausbreitet. Keine idealen Bedingungen derzeit für europäische Filme. Umso erfreulicher, dass das Interesse am deutschen Kino so groß ist wie vor der Krise, wie das Festival des deutschen Films gerade zeigte. Insbesondere Filme über jugendliche Lebenswelten wie PICCO, ROMEOS oder SASCHA trafen offensichtlich den Nerv des Publikums.