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NACH DEM FESTIVAL IST VOR DEM FESTIVAL: ENDSPURT FÜR CANNES

Nach der Berlinale laufen bei German Films bereits die Vorbereitungen für das Cannes Filmfestival, das vom 11. bis 22. Mai stattfindet, auf Hochtouren. In den nächsten Tagen organisiert German Films Sichtungen für den Wettbewerb sowie die Reihen Un Certain Regard und Quinzaine des Réalisateurs und unterstützt zudem die Arbeit des Korrespondenten der Semaine de la Critique. Parallel zum Festival haben deutsche Weltvertriebe und Produzenten wieder die Möglichkeit, ihre Produktionen auf dem Markt in Cannes zu präsentieren. German Films hat dafür 36 Marktvorführungen gebucht, die zu vergünstigten Konditionen an Rechteinhaber angeboten werden. Außerdem ist German Films wieder zusammen mit Focus Germany mit einem Stand im International Village vertreten und informiert dort internationale Einkäufer, Produzenten und Festivalleiter über deutsche Produktionen. Die deutschen Festivalbeiträge werden mit einer Broschüre beworben.

Aus dem Dunkel ins Rampenlicht: Kino-Sichtungen bei German Films

Die Promotion deutscher Filme bei internationalen Festivals gehört zu den Kernaufgaben von German Films. Pro Jahr organisiert German Films ein Dutzend Sichtungen für die Leiter und Delegierten der wichtigsten internationalen Festivals. Die Rechteinhaber deutscher Produktionen können ihre Filme kostenfrei für diese Sichtungen anmelden, für die German Films ein Kino anmietet. Mariette Rissenbeek, Geschäftsführerin German Films, über die Vorteile dieses Angebots für die deutsche Branche: „Die Sichtungen geben den Produzenten die Garantie, dass ihr Film von einem Mitglied des Festivalauswahlkomitees oder vom Leiter persönlich gesehen wird, was bei einer Einreichung direkt beim Festival nicht gewährleistet ist. Außerdem können wir den direkten Kontakt zum Festival nutzen, um auf Besonderheiten der vorgeführten Filme hinzuweisen und auf eventuelle Fragen der Sichter unmittelbar einzugehen. Wenn es sich um gerade fertig gestellte Produktionen handelt, die noch nicht untertitelt sind, können wir auch einen Dolmetscher organisieren.“ Am 16. und 17. März findet in Berlin die Sichtung für die Reihe Quinzaine des Réalisateurs statt, zu der Gaëlle Vidalie vom Festivalkomitee anreist. Gefolgt wird sie am 18. und 19. März von Olivier Père, dem Leiter des Filmfestivals Locarno, der ebenfalls in Berlin sichtet. Mitte April wird in München Karel Och, Leiter des Filmfestivals Karlovy Vary zur Sichtung von Spiel- und Dokumentarfilmen erwartet. Voraussichtlich ab Mitte Juni finden dann in München die Sichtungen für die wichtigsten Sommer- und Herbst-Festivals statt: für das Montréal World Film Festival sichtet Danièle Cauchard (Vize-Festivaldirektorin), für Venedig Marie-Pierre Duhamel (Festivaldelegierte), für Toronto Cameron Bailey (Ko-Direktor), für San Sebastian der neue Festivalleiter José-Louis Rebordinos sowie die Programmer Luzia Olaciregui und Christine Dollhofer, und für Rom die Festivalleiterin Piera Detassis. Die Termine und Richtlinien werden rechtzeitig auf der Website veröffentlicht und als Fachinformationen an interessierte Produzenten verschickt.

Cannes: ein Deutschland-Korrespondent für Wettbewerb und Un Certain Regard

Einige Festivals verfügen über eigene Länder-Korrespondenten. Der Journalist und Autor Thilo Wydra arbeitet seit 2004 als Deutschland-Korrespondent für das Cannes Filmfestival und ist Ansprechpartner für alle deutschen Produzenten, die ihre Langfilme für den Wettbewerb oder die Reihe Un Certain Regard einreichen. Die Arbeit beginnt für ihn im November und endet erst Mitte April – in der Woche vor der Cannes-Pressekonferenz. Die finale Auswahl der deutschen Filme erfolgt in Paris, dort sichtet Festivalleiter Thierry Frémaux mit seinem Komitee die Produktionen, die von den Länder-Korrespondenten empfohlen werden. Thilo Wydra: „Die Vorauswahl basiert auf Vorgaben des Festivals und erfolgt in enger Abstimmung mit dem Festivalleiter. Die Organisation der Sichtungen liegt bei German Films. Bestandteil meiner Arbeit ist es, für eine Auswahl der circa 35 bis 40 eingereichten deutschen Filme Empfehlungen an den Festivalleiter auszusprechen. In der Regel trifft dies auf knapp ein Drittel der Einreichungen zu. Die tatsächliche Auswahl erfolgt dann sukzessive und individuell sehr unterschiedlich. In einigen Fällen meldet sich Thierry Frémaux direkt nach einer Sichtung, um mitzuteilen, wie ein deutscher Film ankam; manchmal kommt die Zusage aber erst am Vorabend der Pressekonferenz – wie bei einem der deutschen Filme, der in den letzten Jahren bei Un Certain Regard lief.“ Diese Sektion, die zweitwichtigste des Festivals, hat ein spezifisches Profil und ist in mehrfacher Hinsicht für Regisseure attraktiv, betont Thilo Wydra: „Un Certain Regard präsentiert zweite oder dritte Regiearbeiten von Filmemachern, die man in Cannes aufzubauen versucht und pflegt. Es sind Filme, die eine besondere Visualität, einen speziellen "Look" mit sich bringen. Filme, die etwas sperriger sind, eigen, und oftmals sehr klar in Stil und Formensprache.“ Bei der Auswahl der internationalen Einreichungen für die oberen Sektionen im Hauptprogramm von Cannes setzt Festivalleiter Frémaux auch auf die Empfehlungen von weltweit insgesamt 12 Länderkorrespondenten. Thilo Wydra: „Meine Aufgabe ist es, die deutschen Filme, die eine Chance im internationalen Wettbewerb haben, mit in die Auswahlkommission einzubringen. Trotz des zwangsläufig selektiven Charakters verstehe ich meine Arbeit deshalb als eine, die in ihrer Ausrichtung und Absicht die deutsche Produktion stets unterstützt.“

... und ein Korrespondent für die Semaine de la Critique

Eine interessante Sektion für Nachwuchsregisseure ist in Cannes die Semaine de la Critique, die 2011 ihr 50. Jubiläum feiert und ihrer Philosophie als unabhängige Kritiker-Reihe treu geblieben ist. Filmkritiker Rüdiger Suchsland ist seit 10 Jahren ehrenamtlich als Korrespondent zuständig für den deutschsprachigen Raum. In der Regel beginnt die Saison für ihn bei den Hofer Filmtagen auf der Suche nach Premieren, die ins Profil der Semaine de la Critique passen. Formale Voraussetzung ist, dass es sich um einen ersten bzw. zweiten Langfilm handelt. Rüdiger Suchsland weist darauf hin, dass diese Formalie aber unter Umständen freier ausgelegt werden könne: „Wenn der erste Film z.B. eine Hochschulproduktion oder der zweite ein Fernsehfilm war, könnten wir eine solche Einreichung dennoch berücksichtigen. Das ist Auslegungssache.“ Die künstlerischen Kriterien sind für die Semaine de la Critique jedoch unumstößlich. Gesucht werden Autorenfilme mit einer erkennbaren Handschrift des Regisseurs und einer dem Kino verpflichteten Ästhetik. Der Korrespondent sieht sich selbst „nicht als Türsteher, sondern Türöffner“ und hat für Produzenten einen praktischen Tipp: „Wer seinen Film früher einreicht, hat bessere Chancen. Im Herbst habe ich noch die Möglichkeit, Filme im Kino zu sichten. Nach der Berlinale ist dies kaum noch möglich, außerdem sind dann einige der sieben Programmplätze bereits von der Auswahlkommission vergeben“. Manchmal, so Suchsland, scheitert eine Annahme schon am scheinbar Selbstverständlichen, wie einer funktionierenden Sichtungs-DVD.

Durchblick und Unterstützung im Festival-Dickicht

Welche Festival-Einreichung ist für eine bestimmte Produktion aussichtsreich und im Falle einer oder mehrerer Einladungen: welches Festival und welche Sektion bietet eine gute Plattform für die Premiere? German Films berät Produzenten bei der individuellen Festival-Strategie für ihren Film, hilft logistisch durch den Service von Sammeleinreichungen und unterstützt sie schließlich finanziell bei den Vorbereitungen für den internationalen Auftritt: so werden bei der Teilnahme an ausgewählten Spiel -, Dokumentar- ,TV- und Kurzfilmfestivals die Kosten für Untertitel, Marketing und Reisen bezuschusst. Die detaillierten Regularien und Regelsätze für Untertitelungs- und Marketingkosten – auch die besonderen Regelungen für nicht-majoritäre Koproduktionen – sind in der neu geschaffenen Producers’ Corner auf der Website aufgelistet. Ansprechpartner sind für den Spielfilm Kim Liebeck, für den Dokumentarfilm Julia Basler, für den TV-Film Konstanze Welz und für den Kurzfilm Martin Scheuring. Beratungen können jederzeit telefonisch oder nach Vereinbarung persönlich bei German Films in Anspruch genommen werden. Mariette Rissenbeek: „Die Festivalarbeit ist die wesentliche Grundlage für die Verbreitung und den Bekanntheitsgrad des deutschen Films weltweit. Nicht nur wird durch eine starke Präsenz deutscher Filme bei wichtigen Festivals der kulturelle Wert des deutschen Films gestärkt, auch das Verkaufspotential wird erheblich gesteigert. Die Arbeit von German Films in diesem Bereich liefert somit einen wichtigen Beitrag zur internationalen Akzeptanz des deutschen Films.“

Internationale Wahrnehmung schaffen und schärfen

Um internationale Festivals und Einkäufer frühzeitig auf neue deutsche Produktionen aufmerksam zu machen, veröffentlicht German Films viermal im Jahr die englischsprachige Publikation German Films Quarterly (GFQ), die Anfang Februar pünktlich zur Berlinale, Mitte Mai zum Cannes Filmfestival, Anfang August zu den Sommer-Festivals in Locarno, San Sebastian, Venedig und Toronto, und Mitte Oktober zu den Winter-Festivals in Rom, AFM/AFI, Rotterdam und Göteborg erscheint. Darüber hinaus wird GFQ auf weiteren Festivals und Messen verteilt und an einen internationalen Abonnentenkreis von Festivals, Einkäufern, Journalisten und Film-Institutionen verschickt. GFQ präsentiert Porträts deutscher Filmschaffender, Hintergrundberichte zu ausgewählten Aspekten der deutschen Filmlandschaft, Produktionsberichte über neue Projekte und Informationen zu aktuellen deutschen Filmen. Alle Filme in den Rubriken "In Production" und "New German Films" werden automatisch ins ebenfalls englischsprachige Film-Archiv auf der Website von German Films eingespeist, um internationalen Interessenten einen möglichst schnellen Zugriff auf relevante Informationen zu ermöglichen. Jeder Rechteinhaber kann Filme für GFQ anmelden. Redaktionsschluss für die Cannes-Ausgabe ist der 28. März. Ansprechpartnerin für den GFQ, das Online-Filmarchiv sowie die Sonderbroschüren zu den Festivals in Cannes, Rom und Toronto ist Angela Hawkins.

 
 
DEUTSCHER NACHWUCHS TRIFFT INTERNATIONALE BRANCHE IN BERLIN

Beim traditionellen Abendessen der Sektion Perspektive Deutsches Kino während der Berlinale trafen 5 Regisseure und weitere Filmschaffende, deren Filme in der Reihe liefen, auf internationale Festival-Vertreter. Die Veranstalter, German Films, die Sektion Perspektive und die Deutsche Welle, begrüßten u.a. Regisseurin Ziska Riemann und Produzent Andreas Wecker (LOLLIPOP MONSTER), Regisseurin Sandra Trostel (UTOPIA LTD.), Regisseurin Annekatrin Hendel und Produzentin Maria Wischnewski (VATERLANDSVERRÄTER), Regisseur Lars Kraume (DIE KOMMENDEN TAGE) sowie Produzent Titus Kreyenberg (DIE AUSBILDUNG) und von internationaler Seite u.a. Karel Och (Karlovy Vary IFF), Matthieu Darras (Semaine de la Critique), Danièle Cauchard (Montréal World Film Festival) und Teresa Cavina (Abu Dhabi IFF).

 
 
DEUTSCHER FOKUS IN DUBAI

Für die nächste Ausgabe des Dubai International Film Festival (7. bis 14. Dezember) ist eine deutsche Reihe unter dem Titel „In Focus: Germany“ geplant. Neben aktuellen deutschen Produktionen und Talenten sollen im Rahmen des Länderschwerpunkts auch deutsche Produzenten, Vertriebsfirmen, Studios und Agenturen arabischen Partnern vorgestellt werden. „In Focus: Germany“ ist eine Kooperation des Dubai Filmfestivals mit German Films, dem Goethe-Institut Golf-Region und verschiedenen Länderförderern.

 
 
SPOTLIGHT: JAPAN

Klassik punktet immer noch in Japan – auch im deutschen Film: GOETHE! von Philipp Stölzl (Senator Film/Deutschfilm) wurde vom japanischen Verleiher Gaga Communications gekauft, die Koproduktion MAHLER AUF DER COUCH (DE/AT) von Percy und Felix Adlon (Pelemele Film) wird demnächst von Cetera International ins Kino gebracht – und erhielt dafür von German Films gerade eine Distribution Support-Förderung. Ebenfalls nach Japan verkauft wurde die Produktion DAS LETZTE SCHWEIGEN von Baran bo Odar (Cine Plus Filmproduktion/Lüthje Schneider Hörl Film) und zwar an Only Hearts.

Das renommierte Yamagata International Documentary Film Festival findet nur alle zwei Jahr statt, das nächste Mal vom 6. bis 13. Oktober 2011. Letzte Einreichfrist für Produktionen, die nach November 2010 fertig gestellt wurden, ist der 10. April 2011.