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VORHANG AUF FÜR DEUTSCHE FILME: PROMOTION BEI INTERNATIONALEN VERLEIHERN
German Films Previews Hamburg: Hoi Wong (First Distributors/Hong Kong), Mariette Rissenbeek (German Films), Coco Takahashi (Twin Co./Japan), Yoko Yamanaka (Cetera International/Japan)
German Premieres New York: Oliver Mahrdt (German Films), Ralf Huettner, Dirk Schuerhoff (Beta Cinema)

Eine der Kernaufgaben von German Films ist die Bewerbung deutscher Kinofilme bei ausländischen Verleihern. 2005 startete German Films das eigens dafür entwickelte Förderprogramm Distribution Support. Die vorläufige Bilanz: Allein 2010 wurden bereits 66 Kinostarts im Ausland mit insgesamt 504.500 Euro gefördert – seit Beginn der Förderung, 2005, insgesamt 360 Kinostarts weltweit mit über 3 Millionen Euro. Von der Fertigstellung eines deutschen Films bis zum Release im Ausland vergehen oft zwei Jahre. Mit gezielten Maßnahmen bewirbt German Films deutsche Produktionen deshalb frühzeitig bei Verleihern und Einkäufern. Die German Films Previews bringen seit zehn Jahren die wichtigsten internationalen Verleiher zu exklusiven Screenings aktueller Filme nach Deutschland – die German Premieres bringen ausgewählte Filme nach New York, ins Herz der amerikanischen Verleiher-Szene. Und seit 2010 können Einkäufer auch über einen Video-on-Demand-Service auf der Website von German Films deutsche Spiel- und Dokumentarfilme sichten. Mariette Rissenbeek, Geschäftsführerin German Films: „Internationale Verleiher sind die wichtigsten Partner bei der kommerziellen Vermarktung aktueller deutscher Filme im Ausland. Die German Previews machten vor zehn Jahren den Anfang der gezielten Zusammenarbeit mit den Verleihern, das Distribution Support-Programm, die German Premieres und zuletzt die VoD-Plattform kamen über die Jahre zu den traditionellen Aktivitäten wie Ständen bei wichtigen Festivals und Messen, Publikationen und Festivals des deutschen Films in verschiedenen Städten hinzu. Persönliche Beziehungen zu den Verleihern tragen wesentlich zu einer besseren Bewerbung für den deutschen Film bei!“.

Von Australien bis in die Ukraine: Starthilfe für deutsche Kino-Filme

Das Distribution Support-Programm richtet sich an ausländische Verleiher, die einen deutschen Spiel- oder Dokumentarfilm bereits lizensiert haben und einen Kinostart vorbereiten. Um die Erfolgschancen eines Starts zu verbessern, kann der Verleih eine Förderung für zusätzliche Marketingkosten zur Release-Kampagne beantragen. Die Fördersumme – maximal 50.000 Euro pro Filmstart – kann als bedingt rückzahlbares Darlehen gewährt werden, dessen Rückzahlung vom Erfolg an der Kinokasse abhängt. Fördersummen bis zu 10.000 Euro können auch als Zuschuss gewährt werden. Ein Gremium deutscher Branchenvertreter, das von German Films bestellt wird, entscheidet über die Anträge und legt im Falle eines Darlehens die Rückzahlungsbedingungen fest. Nach knapp sechs Jahren Erfahrung mit dem Förderprogramm wurden nun einige Änderungen an den Regularien vorgenommen, die den Bedürfnissen der Verleiher entgegen kommen. Projekt-Koordinatorin Barbie Heusinger: „Wichtigste Änderung ist, dass ein Verleih nun auch im Falle einer MEDIA-Förderung bei uns die Maximalsumme von 50.000 Euro beantragen kann – bislang war der Distribution Support bei gleichzeitiger MEDIA- Förderung auf 10.000 Euro beschränkt" (Anmeldeformulare, Regularien und FAQs finden Sie hier).

Pflichttermin im Juli: German Films Previews

Dass das Interesse internationaler Verleiher an deutschen Filmen in den letzten Jahren deutlich gestiegen ist, bestätigt die Gästeliste der German Films Previews. Bei der ersten Veranstaltung 2001 in München waren 16 Verleiher akkreditiert. An der diesjährigen Messe, die erstmals in Hamburg stattfand, nahmen rund 90 Verleiher teil – so viele wie nie zuvor. Das positive Feedback der Teilnehmer zeigt, dass sich der Termin im Kalender fest etabliert hat und die Veranstaltung ihnen einen besonderen Vorzug bietet: Bei den Previews können sie aktuelle Produktionen sichten, die größtenteils noch nicht auf den Märkten in Berlin und Cannes gezeigt wurden – und von denen einige ihre Premieren kurz darauf in Karlovy Vary, Locarno oder Venedig feiern werden. Ausgewählt werden die Filme – 2010 waren es 19 Spiel- und Dokumentarfilme – in Kooperation mit den deutschen Weltvertrieben, die German Films ihre Vorschläge präsentieren. Neben den Screenings auf der großen Leinwand stehen den Einkäufern außerdem DVD-Sichtungsplätze für ca. 60 weitere Filme bereit. Auf besonders großes Interesse stießen zuletzt DAS LETZTE SCHWEIGEN von Baran Bo Odar (Cine Plus Filmproduktion/Lüthje Schneider Hörl Film), NANGA PARBAT von Joseph Vilsmaier (Nanga Parbat Filmproduktion/Perathon Film/Schallehn Beteiligungsgesellschaft), VINCENT WILL MEER von Ralf Huettner (Olga Film) und WOMB (DE/HU/FR) von Benedek Fliegauf (Razor Film Produktion/Boje Buck Produktion). Projekt-Koodinator Martin Scheuring: „Neben dem Verkauf von Filmrechten ist das Ziel der Veranstaltung auch, die Kontakte zwischen Einkäufern, Weltvertrieben und den lokalen Branchenvertretern zu verstärken. 2011 wird die Veranstaltung voraussichtlich wieder in Hamburg stattfinden, langfristig halten wir an dem Rotations-Prinzip fest und werden in eine andere Stadt wechseln.“

Montags in Tribeca: German Premieres

Um deutsche Produktionen bei nordamerikanischen Verleihern gezielt zu bewerben, veranstaltet German Films mehrmals im Jahr exklusive Screenings einzelner Spiel- und Dokumentarfilme in den New Yorker Tribeca Cinemas. Neben Verleihern und Einkäufern werden dazu auch Filmkritiker und Festivalvertreter eingeladen. Nach dem Screening stehen der Regisseur und ein Vertreter des Weltvertriebs den Teilnehmern für ein Q & A zur Verfügung. Danach bietet ein Get Together Gelegenheit zum weiterführenden Gespräch, das oft eine Vertragsverhandlung anbahnt. Nicole Kaufmann, Projektkoordinatorin USA: „Von 25 Filmen, die wir in sechs Jahren gezeigt haben, wurden 8 im Anschluss verkauft. 2010 haben wir zwei Filme präsentiert, die beide verkauft wurden: HABERMANN (DE/CZ/AT) von Juraj Herz (ART-OKO Film/ Entertainment Value Associates/ ApolloMedia) zeigten wir Ende März, Corinth Films erwarb vom Weltvertrieb EVA die Rechte. VINCENT WILL MEER von Ralf Hüttner (Olga Film), hatte im Juni bei uns die New Yorker Premiere und wurde von Beta Cinema mit BERLIN 36 von Kaspar Heidelbach (Eyeworks Film Gemini/Degeto Film) ebenfalls an Corinth Films verkauft.“ Oliver Mahrdt (Auslandsbeauftragter USA/Kanada) nutzt die Veranstaltung auch, um die Verleiher über den Distribution Support zu informieren und nicht zuletzt, um das Netzwerk zu stärken und zu erweitern. Vertreter von Weinstein, Sony, IFC, First Run Features, Zeitgeist, Kino Lorber Films und Film Movement gehören bereits zu den Stammgästen bei den German Premieres.

Sichtung jederzeit und überall per Mausklick: VoD

Seit 2010 bietet German Films Einkäufern und Festival-Delegierten einen neuen Service an: sie können aktuelle deutsche Produktionen jetzt auch via Online-Streaming sichten. Derzeit sind knapp 40 Filme auf der gesicherten Video-On-Demand-Plattform von German Films abrufbar. Das Angebot ist sowohl für die deutschen Rechteinhaber als auch für die internationalen Einkäufer kostenlos. Nach einmaliger Anmeldung im System können Einkäufer die gewünschten Filme auswählen. Sobald die Autorisierung durch den Weltvertrieb erfolgt, erhalten sie einen Voucher, der ihnen eine Sichtung binnen 24 Stunden ermöglicht.

Hier erhalten Sie nähere Informationen

zur VoD-Plattform: Angela Hawkins

zu den German Premieres: Nicole Kaufmann

zu den German Films Previews: Martin Scheuring

zum Distribution Support: Barbie Heusinger

 
 
8. DEUTSCH-FRANZÖSISCHES FILMTREFFEN IN HEIDELBERG: GROSSER ANDRANG, SPANNENDE DEBATTEN
Auditorium Print Media Academy
Alfred Hürmer, Antoine de Clermont-Tonnerre, Peter Sehr

270 Vertreter der deutschen und französischen Filmbranche trafen sich am 25. und 26. November in Heidelberg zum Rendez-vous, um sich über aktuelle Themen zu informieren und neue Kontakte zu knüpfen. Unter Leitung von Gabriele Röthemeyer wurde am ersten Tag über den Verleih von MAMMUTH und SOUL KITCHEN (DE/FR), Corazón International/Pyramide Productions, in Deutschland und Frankreich berichtet. Parallel zu diesem Panel führte Jörg Langer (AG DOK) die Diskussion über den Verleih der Dokumentarfilm-Koproduktion DIE WILDE FARM (Les Films d’Ici/Looks Films). Danach wurden beim Koproduktionsmarkt 29 Projekte präsentiert, die intensiven Gespräche dazu dauerten bis zum frühen Abend.

Am Freitag stieß das aktuelle Thema „Entwicklung von 3D-Projekten“ bei den Teilnehmern auf großes Interesse. Die hochkarätigen Panelisten erläuterten sehr verständlich und plastisch, was die Konsequenzen für den Dreh in 3D sind. Wim Wenders, Alain Derobe und Erwin Schmidt berichteten anregend über die Arbeit an PINA (Neue Road Movies/Eurowide), es moderierte Baptiste Heynemann. Am Nachmittag ging es um die Möglichkeiten und Unmöglichkeiten des crédit d’impôt international: Unter Leitung von Philipp Kreuzer und Philippe Carcassonne gab es kontroverse Diskussionen zwischen Christine Berg, Frank Priot (Film France) und Valérie Lépine Karnik (CNC). Parallel dazu nutzten die Dokumentarfilmemacher die Gelegenheit, über die Finanzierung von Dokumentarfilmen in Deutschland und Frankreich zu sprechen. Das Panel war bei Moderator Claas Danielsen in guten Händen. Wie auch die Fallstudie zu DIE WILDE FARM entstand das Panel in Zusammenarbeit mit der AG DOK. Abschließend präsentierte Atelier Network unter Leitung von Jessica Landt unter dem Motto „New ways of producing and distributing in Europe“ zwei Fallstudien: IRON SKY, 27 Films Production (FI/DE/AU), zum Thema Crowd Funding und ADDICTS (ARTE) zum Thema Development of Web Series.

Das diesjährige Treffen fand mit besonderer Unterstützung der MFG Baden-Württemberg, der Stadt Heidelberg, der Stadt Mannheim und der Metropolregion Rhein-Neckar statt. Das nächste deutsch-französische Filmtreffen wird am 24. und 25. November 2011 in Paris stattfinden.

 
 
SPOTLIGHT: RUSSLAND
Simone Baumann
Johannes Allmayer, Florian David Fitz (VINCENT WILL MEER) in Moskau

Besucherrekord beim 9. Festival des deutschen Films in Moskau

Mit über 6.000 Besuchern erzielte das von German Films und dem Goethe Institut vom 2. bis 7.12. veranstaltete Festival des deutschen Films einen neuen Besucherrekord. Sieben der acht Filme liefen im ausverkauften Saal des Kino 35mm mit 550 Plätzen. Besonders beliebt: FRIENDSHIP! von Markus Goller (Wiedemann & Berg Film/Mr. Brown Entertainment), der den Publikumspreis gewann, dicht gefolgt vom Eröffnungsfilm VINCENT WILL MEER von Ralf Huettner (Olga Film) und RENN, WENN DU KANNST von Dietrich Brüggemann (Wüste Film). Russische Verleiher äußerten schon während des Festivals Interesse an VINCENT WILL MEER. Die Eröffnungsgäste Florian David Fitz und Johannes Allmayer wurden vom überwiegend jungen Publikum ebenso begeistert aufgenommen wie die Produzenten-Delegation von FRIENDSHIP! mit Tom Zickler, Max Wiedemann und Marco Beckmann. FRIENDSHIP! startete nach der Festival-Premiere am 9.12.2010 in den russischen Kinos (Verleih: Cascade). Für den Abschlussfilm SO GLÜCKLICH WAR ICH NOCH NIE von Alexander Adolph (Eikon Media) war Hauptdarsteller Devid Striesow angereist. Das Festival gastierte auch in St. Petersburg und Nowosibirsk.

Bavaria-Koproduktion Ende Januar fertig

UNSCHULDIGER SAMSTAG (RU/DE/UA), die von Matthias Esche betreute Koproduktion der Bavaria Pictures über das Reaktorunglück von Tschernobyl, befindet sich in der Postproduktion und soll Ende Januar, pünktlich zur Festivalsaison, fertig gestellt sein.

KONFERENZ DER TIERE weiter hoch im Kurs

Seit dem Kinostart am 31.10. hat der Animationsfilm von Reinhard Klooss und Holger Tappe (Constantin Film Produktion/Ambient Entertainment/White Horse Pictures) bereits rund 5 Millionen US-Dollar in Russland eingespielt und ca. 750.000 Zuschauer in die Kinos gelockt. In der Ukraine verzeichnete der Film in derselben Periode mit gut 50.000 Zuschauern ein Boxoffice von rund 250.000 US-Dollar (Stand: November).

Wachsender Kinomarkt - schwerere Zeiten für Arthouse-Filme

Der Kinomarkt in Russland wächst weiter – mehr Leinwände, höheres Boxoffice – und auch die Digitalisierung schreitet voran: 30 Prozent aller Kinos haben bereits umgerüstet. Der hohe Anteil russischer Produktionen am Boxoffice – knapp 30 Prozent in 2009 – wird für 2010 voraussichtlich sinken, da seit der Finanzkrise 2008 deutlich weniger Filme produziert wurden. Amerikanische Produktionen haben deshalb wieder zugelegt und schmälern die Auswertungs-Chancen russischer und europäischer Arthouse-Filme.

Anfang 2010 wurde die staatliche Filmförderung reformiert: der Großteil der Mittel wurde aus dem Kulturministerium in einen neuen Fond transferiert, der dem Ministerpräsidenten untersteht. Aus dem Fonds werden kommerziell vielversprechende Projekte von 8 ausgewählten Produktionsfirmen 2 Jahre lang finanziert. Jede dieser Firmen bekommt jährlich 250 Millionen Rubel (momentan ca. 6,1 Millionen Euro) für die Produktion von Kinofilmen. Dabei darf jeder Film nur bis zu 70 Prozent aus diesen Mitteln finanziert werden. Weitere 300 Millionen Rubel (7,3 Millionen Euro) gibt es als Referenzmittel für Filme mit über 1 Million Zuschauern. Die Reform ist in der russischen Filmindustrie umstritten: Arthouse-Filme, Debüts, Dokumentar- und Animationsfilme sollen zwar weiter vom Kulturministerium unterstützt werden, doch die Mittel dafür sind eher gering.

Eine gute Nachricht bringt das neue Filmfördergesetz für Koproduktionen: Seit 2010 muss der russische Anteil einer Koprdouktion nicht mehr mindestens 70, sondern nur noch 50 Prozent betragen, damit das Projekt als russische Produktion anerkannt wird.