Besucherrekord beim 9. Festival des deutschen Films in Moskau
Mit über 6.000 Besuchern erzielte das von German Films und dem Goethe Institut vom 2. bis 7.12. veranstaltete Festival des deutschen Films einen neuen Besucherrekord. Sieben der acht Filme liefen im ausverkauften Saal des Kino 35mm mit 550 Plätzen. Besonders beliebt: FRIENDSHIP! von Markus Goller (Wiedemann & Berg Film/Mr. Brown Entertainment), der den Publikumspreis gewann, dicht gefolgt vom Eröffnungsfilm VINCENT WILL MEER von Ralf Huettner (Olga Film) und RENN, WENN DU KANNST von Dietrich Brüggemann (Wüste Film). Russische Verleiher äußerten schon während des Festivals Interesse an VINCENT WILL MEER. Die Eröffnungsgäste Florian David Fitz und Johannes Allmayer wurden vom überwiegend jungen Publikum ebenso begeistert aufgenommen wie die Produzenten-Delegation von FRIENDSHIP! mit Tom Zickler, Max Wiedemann und Marco Beckmann. FRIENDSHIP! startete nach der Festival-Premiere am 9.12.2010 in den russischen Kinos (Verleih: Cascade). Für den Abschlussfilm SO GLÜCKLICH WAR ICH NOCH NIE von Alexander Adolph (Eikon Media) war Hauptdarsteller Devid Striesow angereist. Das Festival gastierte auch in St. Petersburg und Nowosibirsk.
Bavaria-Koproduktion Ende Januar fertig
UNSCHULDIGER SAMSTAG (RU/DE/UA), die von Matthias Esche betreute Koproduktion der Bavaria Pictures über das Reaktorunglück von Tschernobyl, befindet sich in der Postproduktion und soll Ende Januar, pünktlich zur Festivalsaison, fertig gestellt sein.
Wachsender Kinomarkt - schwerere Zeiten für Arthouse-Filme
Der Kinomarkt in Russland wächst weiter – mehr Leinwände, höheres Boxoffice – und auch die Digitalisierung schreitet voran: 30 Prozent aller Kinos haben bereits umgerüstet. Der hohe Anteil russischer Produktionen am Boxoffice – knapp 30 Prozent in 2009 – wird für 2010 voraussichtlich sinken, da seit der Finanzkrise 2008 deutlich weniger Filme produziert wurden. Amerikanische Produktionen haben deshalb wieder zugelegt und schmälern die Auswertungs-Chancen russischer und europäischer Arthouse-Filme.
Anfang 2010 wurde die staatliche Filmförderung reformiert: der Großteil der Mittel wurde aus dem Kulturministerium in einen neuen Fond transferiert, der dem Ministerpräsidenten untersteht. Aus dem Fonds werden kommerziell vielversprechende Projekte von 8 ausgewählten Produktionsfirmen 2 Jahre lang finanziert. Jede dieser Firmen bekommt jährlich 250 Millionen Rubel (momentan ca. 6,1 Millionen Euro) für die Produktion von Kinofilmen. Dabei darf jeder Film nur bis zu 70 Prozent aus diesen Mitteln finanziert werden. Weitere 300 Millionen Rubel (7,3 Millionen Euro) gibt es als Referenzmittel für Filme mit über 1 Million Zuschauern. Die Reform ist in der russischen Filmindustrie umstritten: Arthouse-Filme, Debüts, Dokumentar- und Animationsfilme sollen zwar weiter vom Kulturministerium unterstützt werden, doch die Mittel dafür sind eher gering.
Eine gute Nachricht bringt das neue Filmfördergesetz für Koproduktionen: Seit 2010 muss der russische Anteil einer Koproduktion nicht mehr mindestens 70, sondern nur noch 50 Prozent betragen, damit das Projekt als russische Produktion anerkannt wird.